LC Rapid Dortmund 2000

Bravouröser Jens Wilky beweist Stehvermögen

Westfälische Rundschau
12.05.2003
P.M.) Wer einen Marathonlauf beendet, ist ein Sieger. So fühlten sich auch die 500 Dortmunder Langstreckler, die beim 1. Karstadt RuhrMarathon von Bochum nach Dortmund teilweise wie im Rausch die klassische 42,195km-Distanz bewältigten.
Im Ziel waren viele von ihnen stehend k.o. Die im Laufe des Vormittags einsetzende Wärme und der anspruchsvolle Parcours forderten ihren Tribut. Vor allem für Jens Wilky (LC Rapid) waren die letzten Kilometer eine reine Quälerei. Die Füße schmerzten, die Oberschenkel waren verspannt, und in seinem Kopf war Kirmes.
In 2:39:34 Stunden erreichte der 32-jährige "Rapido" als Neunter in der Gesamtwertung das Ziel am Hansaplatz. "Der Lauf ist mir unwahrscheinlich schwer gefallen, aber ich wollte auf keinen Fall aufgeben", stöhnte Jens Wilky im Ziel.
Das Rennen des Dortmunders stand unter keinem allzu glücklichen Stern. Bei 23km "schwamm" er plötzlich in seinen Schuhen, so dass er nachschnüren müsste. Doch diese Maßnahme half nur vorübergehend. Nach 27km schickte er seine Frau nach Hause, um Einlagen zu holen, die er dann 10 km vor dem Ziel erhielt.
Für Jens Wilky "lohnte" sich der Aufwand: Bei den separat durchgeführten westfälischen Meisterschaften sicherte er sich überlegen den Titel. Bei den "Westdeutschen" reichte seine Zeit von 2:39:34 Stunden zu einem guten dritten Rang.
Mit seinem "inneren Schweinehund" bestens fertig wurde Andreas Mika (LGO), der das schwere Rennen in ausgezeichneten 2:45:53 Minuten beendete und damit als 50-Jähriger im Gesamtklassement auf Platz 21 landete. In seiner Altersklasse konnte sich der ausdauernde Lauf- Oldie über die westdeutsche und westfälische Meisterschaft freuen. Ebenfalls in beiden Wertungen war Klemens Wittig (LGO, 3:07:40 Std.) in der Klasse M 65 erfolgreich.
Die umfangreichen Vorbereitungen "zahlten" sich auch für Thomas Buddenberg (8. in 2:45:53 Std.), Mario Volmer (beide LC Rapid, 8. in 2:51:44 Std.),Werner Landgraf (4. in 2:52:31 Std.) und Andreas Trapp (LGO, 3. U 23 in 3:04:32 Std.), die in ihren Altersklassen jeweils im Vorderfeld landeten.
Im Vergleich zu vielen Männern kam Elke Saalbach (LC Rapid) in 2:57:14 Stunden relativ locker ins Ziel. "Die Strecke war unwahrscheinlich hart, aber das Publikum hat mich hervorragend angefeuert", freute sich die 41-Jährige. Die Nummer eins war Elke Saalbach auch in der westdeutschen und westfälischen Wertung.
Von den 500 Dortmunder Läuferinnen und Läufern machten bei dem schwierigen Streckenprofil nur wenige schlapp. Die meisten kamen allerdings wie der Vorsitzende der Viermärker Waldlaufgemeinschaft, Dr. Alexander Puplick, zu der Feststellung: "Das war der absolute Härtetest."